Inbound Marketing nach zwölf Monaten: ein realistischer Verlauf
Der typische Verlauf eines B2B-Inbound-Programms im ersten Jahr: von der Vorarbeit über frühe Rankings bis zu messbaren Anfragen und einem planbaren Pipeline-Beitrag.
Jan-Hendrik HeuingAktualisiert
Ein realistischer Verlauf des ersten Jahres
Erfolgsberichte über Inbound überspringen häufig die ruhigen Monate zwischen Start und messbarer Pipeline. Für die Planung ist jedoch gerade dieser Zeitraum wichtig. Der folgende Verlauf beschreibt ein Muster, das wir in B2B-Mandaten regelmässig beobachten.
Konkrete Kundenzahlen wären wegen der Unterschiede bei Branche, Deal-Wert und Ausgangslage wenig übertragbar. Auch die Monatsangaben sind keine Garantie, sondern eine Orientierung aus diesen Programmen.
Monat eins und zwei: viel Vorarbeit, wenig Sichtbares
Am Anfang sammelst du Käuferfragen aus dem Vertrieb, ordnest den Themen-Backlog nach Kaufphase und klärst die Übergabe zwischen Marketing und Vertrieb. Gleichzeitig wird das CRM so eingerichtet, dass die Quelle einer späteren Anfrage nachvollziehbar bleibt.
Diese Arbeit ist nach aussen kaum sichtbar. Deshalb entsteht leicht der Wunsch, sofort Artikel zu veröffentlichen. Ohne die Vorarbeit besteht jedoch die Gefahr, dass Inhalte an den tatsächlichen Fragen vorbeigehen. Wie du diese Fragen sammelst, steht in Insight Sessions mit dem Vertrieb.
Monat drei und vier: erste Beiträge, kaum Reaktion
Nun erscheinen die ersten Beiträge, idealerweise zu kaufnahen Themen wie Kosten, Vergleichen und Problemen. In unseren Mandaten gibt es zu diesem Zeitpunkt oft erst wenige Besucher und noch keine Anfragen.
Trotzdem lassen sich erste Signale messen. Einzelne Artikel erscheinen für konkrete Suchanfragen, und Besucher beschäftigen sich mit diesen Seiten. Wer nur eingegangene Anfragen betrachtet, sieht weiterhin eine Null. Welche frühen Kennzahlen mehr Kontext geben, erklärt Inbound-Marketing-KPIs im B2B messen.
Monat fünf und sechs: erste belastbare Signale
Gegen Mitte des Jahres ranken in den beobachteten Programmen einzelne Beiträge stabiler. Erste Anfragen lassen sich einem Inhalt zuordnen. Diese Interessenten haben häufig mehrere Artikel gelesen, kennen die Position des Anbieters und beginnen das Gespräch weiter hinten im Kaufprozess als Kontakte aus Werbung.
Ein weiterer Effekt erscheint nicht immer im Reporting: Vertriebsmitarbeiter hören in Gesprächen Verweise auf konkrete Beiträge. Dadurch können sich Gespräche verkürzen oder schneller zu weiterführenden Fragen kommen. Der Effekt ist schwer in einer einzigen Zahl abzubilden, bleibt für die Beurteilung aber relevant.
Monat sieben bis neun: der Bestand wirkt zusammen
Die Beiträge werden zu Themenclustern verbunden. In unseren Mandaten ordnet Google die Domain nun klarer einem Themenfeld zu, und neue Beiträge beginnen oft schneller zu ranken. Ein neuer Artikel kann dadurch auch verwandte Inhalte unterstützen.
Anfragen kommen regelmässiger, und es wird erkennbar, welche Themen dazu beitragen. Das Team kann gezielter entscheiden, wo weitere Inhalte sinnvoll sind. Die Logik hinter diesem Aufbau erläutert Inbound Marketing für B2B: Was wirklich Ergebnisse bringt.
Monat zehn bis zwölf: besser planbar, nicht abgeschlossen
Am Ende des ersten Jahres ist der Beitrag zur Pipeline in den hier beschriebenen Programmen nachvollziehbar. Die laufenden Kosten bleiben weitgehend stabil, während der Ertrag zunimmt. Der aufgebaute Inhaltsbestand arbeitet weiter, ohne dass die Kosten im gleichen Verhältnis wachsen.
Abgeschlossen ist die Arbeit damit nicht. Ältere Beiträge brauchen Aktualisierungen, und neue Käuferfragen kommen hinzu. Das erste halbe Jahr mit wenig sichtbarem Ertrag liegt dann jedoch hinter dem Team.
Wann Programme häufig abgebrochen werden
In unseren Mandaten liegen viele Abbrüche in den Monaten drei bis fünf, also vor den ersten klaren Signalen. Ein Grund ist die Messung an einer Kennzahl, die zu diesem Zeitpunkt noch keine Wirkung zeigen kann. Ein anderer ist ein vorschneller Themenwechsel, bevor die ersten Beiträge stabil ranken konnten.
Mit einer realistischen Erwartung an das erste Jahr lassen sich solche Entscheidungen besser einordnen. Wie lange dauert Inbound Marketing, bis es Anfragen bringt behandelt die Zeitachse ausführlicher. Ob sich der Aufwand für ein kleines Unternehmen rechnet, erklärt Lohnt sich Inbound für ein kleines Unternehmen.
Was du für die Planung ableiten kannst
Plane das erste Halbjahr als Investitionsphase und nicht als Test, der nach einem Quartal abschliessend beurteilt wird. Nutze in dieser Zeit Vorlaufindikatoren zusätzlich zu den Anfragen. Und halte den vereinbarten Veröffentlichungsrhythmus ein, auch wenn die direkte Wirkung noch klein ist.
Wie dieser Verlauf bei deinem Deal-Wert und Sales Cycle aussehen könnte, lässt sich über eine kurze Nachricht besprechen. Den Aufbau eines solchen Programms findest du im Inbound-Marketing-Hub.