Die wichtigsten Inbound-Marketing-Tools im B2B

Ein B2B-Inbound-Programm braucht weniger Werkzeuge, als viele Teams vermuten. Entscheidend sind ein genutztes CRM, ein einfaches Content-System, Suchdaten und eine saubere Quellenzuordnung.

Jan-Hendrik HeuingAktualisiert

Erst der Prozess, dann die Tools

Über Plattformen wird oft diskutiert, bevor klar ist, welche Fragen Käufer stellen und wie eine Anfrage an den Vertrieb übergeben wird. Das ist verständlich, denn ein Tool ist greifbarer als eine Strategie. Es führt aber leicht zu teuren Lizenzen, die im Alltag kaum jemand nutzt.

Diese Übersicht ordnet die Werkzeuge deshalb nach ihrer Funktion und nicht nach Marken. Für fast jede Aufgabe gibt es verschiedene Preis- und Komplexitätsstufen. Im Mittelstand genügt häufig die einfachere Variante.

1. Ein CRM als Grundlage

Das wichtigste Werkzeug eines Inbound-Programms ist das CRM. Dort laufen Kontakte, Anfragen und der Vertriebsprozess zusammen. Ohne gepflegte CRM-Daten lässt sich kaum messen, welche Anfragen aus dem Inbound Marketing stammen.

HubSpot, Pipedrive und Salesforce sind verbreitet, unterscheiden sich aber deutlich in Anspruch und Aufwand. Für viele Mittelständler ist ein schlankeres System sinnvoll, weil ein CRM nur dann nützt, wenn der Vertrieb täglich damit arbeitet. Der passende Funktionsumfang ergibt sich aus dem Vertriebsprozess. Der CRM-Vergleich HubSpot, Salesforce, Pipedrive ordnet die Systeme detailliert ein. Weshalb die Nutzung häufig scheitert, erklärt Warum dein CRM nicht genutzt wird.

2. Ein Content-System mit wenig Reibung

Inbound Marketing braucht regelmässig neue und aktualisierte Inhalte. Das Content-System sollte deshalb schnelles Veröffentlichen, eine klare Struktur und einfache interne Verlinkung ermöglichen. Die wichtigste Frage ist nicht, welche Marke dahintersteht, sondern wie lange der Weg vom fertigen Text bis zur publizierten und sauber verlinkten Seite dauert.

Wenn jede Veröffentlichung einen Entwickler oder eine komplizierte Freigabe benötigt, verliert das Programm Tempo. Eine Redaktion sollte möglichst eigenständig publizieren und Themencluster aufbauen können. Für diesen Einsatz ist Reazon entwickelt worden. Mehr dazu steht im B2B-Content-Marketing-Hub.

3. Suchdaten zur Prüfung der Themen

Keyword- und Sichtbarkeitstools helfen bei der Formulierung und zeigen Suchvolumen. Sie sollten jedoch erst zum Einsatz kommen, wenn die Themen aus den Fragen der Käufer feststehen. Als alleinige Themenquelle bilden sie den Durchschnitt eines Sprachraums ab und nicht die konkrete Situation deiner Kunden.

Der Vertrieb liefert die Fragen, das SEO-Tool prüft und präzisiert sie. So steigt die Chance, dass ein Inhalt nicht nur rankt, sondern auch relevante Anfragen unterstützt. Diesen Ablauf beschreibt TAYA und SEO: Käuferfragen als beste Keywords.

4. Webanalyse und Quellenzuordnung

Eine Webanalyse sollte Besucher, ihr Verhalten und vor allem die Herkunft von Anfragen erfassen. Für den Einstieg genügen eine Standardlösung, sauber gesetzte Kampagnenparameter und die Verbindung zum CRM. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Kette vom ersten Besuch bis zur Anfrage, nicht der grösstmögliche Funktionsumfang. Welche Kennzahlen dafür relevant sind, steht in Inbound-Marketing-KPIs im B2B messen.

5. Optional: Newsletter und Marketing Automation

E-Mail eignet sich im B2B dazu, Käufer über längere Entscheidungsprozesse zu begleiten. Zu Beginn reicht dafür ein einfaches Newsletter-Tool. Umfangreiche Marketing Automation mit Lead Scoring und verzweigten Abläufen lohnt sich erst bei genügend Leads und einem eingespielten Prozess. Wer zu früh automatisiert, baut aufwendige Strecken für ein Volumen, das noch nicht vorhanden ist.

Was du am Anfang weglassen kannst

Eine grosse All-in-One-Suite ist eine häufige Fehlinvestition, wenn das Unternehmen damit eine fehlende Strategie ausgleichen möchte. Das Tool kann weder käuferorientierte Themen noch eine funktionierende Übergabe an den Vertrieb ersetzen. Ohne diese Grundlagen bleibt auch eine teure Plattform ungenutzt. Welche organisatorischen Voraussetzungen nötig sind, beschreibt Sales & Marketing Alignment.

Eine sinnvolle Reihenfolge

Für viele Mittelständler beginnt der Aufbau mit einem tatsächlich genutzten CRM. Danach folgen ein einfaches Content-System sowie Analyse und Quellenzuordnung. Suchdaten und Automation kommen hinzu, sobald ein konkreter Bedarf entsteht. Auf diese Weise wächst der Werkzeugkasten mit dem Inbound-Programm.

Welche Tools in deinem Unternehmen nötig sind, zeigt am besten der konkrete Vertriebsprozess. Du kannst uns dazu eine kurze Nachricht senden. Der Inbound-Marketing-Hub erklärt, wie die einzelnen Teile zusammenspielen.