Was kostet ein einzelner Big-5-Artikel?
Was ein Big-5-Artikel kostet, hängt von Recherche, vorhandener Substanz, Themenkomplexität und Arbeitsweise ab. Dieser Beitrag zeigt, wie sich der Aufwand verteilt, welche Kosten oft fehlen und mit welchen Stundenwerten du rechnen kannst.
Jan-Hendrik HeuingAktualisiert
Warum eine einzelne Zahl nicht genügt
Wer ein Content-Programm budgetiert, will wissen, was ein Artikel kostet und wie sich ein Big-5-Beitrag von einem gewöhnlichen Blogartikel unterscheidet. Im B2B lässt sich das nicht seriös mit einem Einheitspreis beantworten. Der Aufwand hängt unter anderem von der vorhandenen Substanz, der Recherche und der Komplexität des Themas ab.
Vergleichen lassen sich dagegen die einzelnen Arbeitsschritte, ihre Anteile und die Faktoren, die den Aufwand verändern.
Was einen Big-5-Artikel ausmacht
Ein Big-5-Artikel beantwortet eine Frage aus einer der fünf TAYA-Kategorien: Kosten, Probleme, Vergleiche, Bewertungen oder Best-of-Listen. Die Methode erklärt der Beitrag Die TAYA Big 5 erklärt.
Anders als ein generischer Blogartikel enthält er Erfahrungen aus der eigenen Arbeit, bezieht auch bei heiklen Punkten Position und macht konkrete Aussagen. Das braucht mehr als externe Recherche. Das Wissen muss im Unternehmen vorhanden sein und für den Artikel erschlossen werden.
Typischerweise umfasst ein solcher Beitrag 1500 bis 2500 Wörter. Bei komplexen Themen können es 3000 Wörter sein, während nur wenige Artikel unter 1500 Wörtern bleiben.
Wie sich der Aufwand verteilt
In unserer laufenden Arbeit fallen meist sechs Arbeitsschritte an. Die Anteile verschieben sich je nach Artikel.
Thema und Suchintention klären
Zuerst wird geklärt, welche Frage der Artikel genau beantwortet und welche Teilaspekte Käufer dazu suchen. Stammt das Thema aus einem priorisierten Backlog, ist dieser Schritt kurz. Ohne Backlog beginnt diese Arbeit bei jedem Artikel von vorn. Als Richtwert entfallen darauf 10 bis 20 Prozent des Gesamtaufwands.
Eigene Quellen auswerten
Mandate, Daten und Gespräche aus dem Vertrieb liefern die Substanz, die nicht bereits in anderen Artikeln steht. Dieser Teil macht erfahrungsgemäss 20 bis 30 Prozent aus.
Externe Quellen prüfen
Studien, Herstellerdaten, Inhalte von Wettbewerbern und Branchenpublikationen ordnen die eigene Erfahrung ein. Dieser Schritt lässt sich mit KI-Unterstützung effizienter bearbeiten und beansprucht meist 10 bis 15 Prozent.
Strukturieren und schreiben
Aus dem gesammelten Material entsteht ein verständlich aufgebauter Text. Wer erst während des Schreibens versucht, die nötige Substanz zu finden, braucht länger und erhält meist einen schwächeren Artikel. Für Struktur und Text rechnen wir mit 30 bis 40 Prozent.
Beispiele und Empfehlungen ergänzen
Nun kommen konkrete Erfahrungen aus Mandaten, daraus abgeleitete Empfehlungen und vorhandene Zahlen in den Text. Weil dieser Teil auf eigener Erfahrung beruht, kann er nicht vollständig delegiert werden. Sein Anteil liegt meist bei 10 bis 15 Prozent.
Redaktionell und technisch fertigstellen
Zum Abschluss folgen Redaktion, interne Links, Title, Meta-Description, FAQ-Schema, Bilder und Veröffentlichung. Das ist überwiegend mechanische Arbeit, beeinflusst aber die Wirkung des Beitrags. Dafür fallen weitere 10 bis 15 Prozent an.
Die genannten Spannen sind Richtwerte. Ihre konkrete Verteilung muss zusammen 100 Prozent ergeben und hängt vom jeweiligen Artikel ab.
Was den Aufwand verändert
Vier Faktoren erklären einen grossen Teil der Unterschiede zwischen einzelnen Artikeln.
Vorhandene interne Substanz
Ein Vortrag, ein Whitepaper oder ein Newsletter zum selben Thema kann als Ausgangsmaterial dienen. Nach unseren Erfahrungswerten sinkt der Aufwand dadurch um 40 bis 60 Prozent gegenüber einem Artikel, der von Grund auf erarbeitet wird. Ähnlich wirkt es sich aus, wenn die nötige Erfahrung aus einem aktuellen Mandat noch präsent ist.
Komplexität des Themas
Ein Kostenartikel über ein klar abgegrenztes Tool ist einfacher als der Vergleich dreier komplexer Plattformen mit verschiedenen Lizenzmodellen. Ein Thema mit umfangreicher externer Recherche kann den Aufwand verdoppeln.
Nötige Recherchetiefe
Lässt sich ein Beitrag auf vorhandene Mandatserfahrung stützen, kann eine Stunde externe Recherche genügen. Muss die Redaktion ein Thema zuerst neu durchdringen, können mehrere Tage vergehen, bevor das Schreiben sinnvoll beginnt.
Hybride KI-Unterstützung
In einem sauberen hybriden Ablauf beobachten wir 30 bis 50 Prozent weniger Gesamtaufwand, ohne die interne Substanz zu streichen. Wie ein solcher Ablauf aussehen kann, zeigt AI-Texter, menschliche Redaktion oder hybrider Workflow.
Vergleich mit anderen Artikelformaten
Die folgenden Verhältnisse sind Erfahrungswerte aus mittelständischen B2B-Programmen und keine allgemeingültigen Leistungswerte.
Gegenüber einem generischen Themenartikel derselben Länge verursacht ein Big-5-Artikel ungefähr den doppelten bis dreifachen Aufwand. In unseren Programmen erreicht er typischerweise die fünf- bis zehnfache Wirkung auf die Pipeline, weil sein Anteil an eigener Substanz höher ist.
Verglichen mit einem AI-Bulk-Artikel kostet er ungefähr drei- bis fünfmal so viel. Die beobachtete Pipeline-Wirkung pro Artikel liegt beim Zehn- bis Dreissigfachen. Die Unterschiede zwischen diesen Produktionsweisen behandelt auch AI-Texter, menschliche Redaktion oder hybrider Workflow.
Innerhalb der Big 5 kostet ein komplexer Vergleichsartikel ungefähr doppelt so viel wie ein Beitrag zu einer klar abgegrenzten Kostenfrage. Im Redaktionsplan sollte er deshalb ein grösseres Recherchebudget erhalten.
Häufig vergessene Kosten
Bei einer internen Kalkulation fehlen oft Abstimmungen, Freigaben und die spätere Pflege.
Für einen guten Artikel braucht die Redaktion Rückmeldungen aus dem Vertrieb: Welche Einwände treten auf? Was sagen Käufer aktuell? Gibt es ein passendes Beispiel aus einem laufenden Gespräch? Pro Artikel dauern diese Abstimmungen etwa 15 bis 30 Minuten. Über einen Monat summiert sich das auf ein bis zwei Stunden.
Müssen Marketing, Vertrieb oder Geschäftsleitung den Text freigeben, entstehen Wartezeiten und Überarbeitungen. Je nach Zahl der Freigaben kommen pro Big-5-Artikel realistisch eine bis drei Stunden hinzu.
Jeder veröffentlichte Beitrag muss später aktualisiert werden. Bei 100 Big-5-Artikeln im ersten Jahr rechnen wir im zweiten Jahr mit etwa 10 bis 20 nötigen Updates. Jedes davon dauert typischerweise zwei bis sechs Stunden. Diese Pflege gehört in die langfristige Kalkulation. Mehr dazu steht im Pillar-Page-Update-Zyklus.
Warum spätere Artikel weniger Zeit brauchen
Ein laufendes Programm wird mit der Zeit effizienter. Ein gepflegter Backlog erspart die wöchentliche Themensuche und bringt etwa 10 bis 20 Prozent Zeitgewinn pro Artikel.
Auch die Schreibroutine wirkt sich aus. Nach den ersten 30 Artikeln kosten Struktur, Reihenfolge der Recherche und das Einbauen eigener Erkenntnisse erfahrungsgemäss 15 bis 25 Prozent weniger Zeit.
Zugleich wächst die interne Quellenbasis mit jedem Mandat und jedem Vertriebsdialog. Notizen aus dem ersten Jahr stehen später direkt zur Verfügung. Ab dem zweiten Jahr beobachten wir dadurch weitere 20 bis 30 Prozent Zeitgewinn.
Insgesamt benötigt ein Big-5-Artikel im dritten Programmjahr nach unseren Erfahrungswerten etwa ein Drittel bis die Hälfte weniger Zeit als im ersten. Damit kann das Programm in späteren Jahren rentabler werden.
Ein brauchbarer Stundenwert
Zwei Stunden reichen meist nur für einen dünnen Beitrag oder Bulk-Content. Zwanzig Stunden können den Artikel dagegen so schwer machen, dass er nie erscheint.
Für einen substanziellen Big-5-Artikel im B2B-Mittelstand sind sechs bis 14 Stunden ein belastbarer Richtwert. In einem hybriden Ablauf sind es vier bis sieben Stunden. Die konkrete Zahl hängt von den beschriebenen Faktoren ab, eignet sich aber als Ausgangspunkt für die Planung mit einem internen Team oder einer Agentur.
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