Topic-Cluster aufbauen: Hub, Pillar und Wissensseiten

Eine Topic-Cluster-Architektur ordnet B2B-Inhalte in Hubs, Pillar und einzelne Wissensseiten. So planst du die drei Ebenen, ihre interne Verlinkung und das Wachstum über mehrere Monate.

Jan-Hendrik HeuingAktualisiert

Weshalb Inhalte eine gemeinsame Struktur brauchen

Ein Content-Programm wächst schnell zu einer Sammlung ähnlicher Artikel heran. Ohne klare Zuordnung können mehrere Seiten dieselbe Suchabsicht bedienen und miteinander konkurrieren. Eine Topic-Cluster-Architektur ordnet dagegen jedes Thema einer Ebene zu und verbindet verwandte Inhalte durch interne Links.

Für unsere B2B-Mandate arbeiten wir mit drei Ebenen: Themen-Hubs, Pillar-Artikeln und Cluster-Artikeln beziehungsweise Wissensseiten.

Die drei Ebenen eines Topic-Clusters

Themen-Hub

Der Hub bietet den Überblick über ein Themenfeld. Er erklärt dessen Rahmen, nennt wichtige Unterthemen und verweist auf die zugehörigen Pillar und ausgewählte Cluster-Artikel. Solche Seiten sind bei uns meist 800 bis 1500 Wörter lang. Sie dienen Käufern und Suchmaschinen als Einstieg in das Thema.

Das Reazon-Modell umfasst sieben Hubs: TAYA-Methode, CRM, Sales & Marketing Alignment, SEO, Inbound Marketing, B2B Content Marketing sowie KI für Marketing. Jeder Hub hat einen eigenen URL-Pfad und eine Übersichtsseite.

Pillar-Artikel

Zu einem Hub gehören ein bis drei Pillar-Seiten. Eine Pillar behandelt ein zentrales Unterthema oder eine Methode in der nötigen Breite, oft auf 2500 bis 4000 Wörtern. Einzelne Aspekte werden in Cluster-Artikeln vertieft.

Die Pillar soll für die Hauptbegriffe des Hubs gefunden werden und bildet zugleich den Verknüpfungspunkt für die Detailbeiträge. Cluster-Artikel verweisen auf sie zurück. Diese interne Verlinkung macht die thematische Beziehung zwischen den Seiten sichtbar.

Cluster-Artikel oder Wissensseiten

Über zwölf bis 24 Monate entstehen pro Hub gewöhnlich 20 bis 40 Cluster-Artikel. Jeder beantwortet eine konkrete Käuferfrage. Besonders häufig sind Beiträge zu Kosten, Problemen, Vergleichen, Bewertungen und Bestenlisten. Diese Kategorien erläutert Die TAYA Big 5 erklärt.

Ein Cluster-Artikel umfasst bei uns meist 1200 bis 2500 Wörter. Er verweist auf die Pillar, den Hub, passende Beiträge im selben Cluster und gelegentlich auf Inhalte aus einem anderen Hub.

Die Architektur in drei Schritten planen

1. Hubs aus Angebot und Käuferfragen ableiten

Ausgangspunkt sind die Hauptangebote des Unternehmens und wiederkehrende Fragen aus dem Vertrieb, nicht eine Liste aus dem SEO-Tool. Aus der Schnittmenge werden die Hubs gebildet.

Für viele B2B-Mittelständler sind drei bis sieben Hubs eine praktikable Grösse. Bei mehr Hubs verteilt sich die verfügbare Substanz stärker. Weniger Hubs können wichtige Geschäftsfelder auslassen. Ein Unternehmen mit drei Servicelinien und zwei methodischen Schwerpunkten kommt beispielsweise häufig auf fünf bis sieben.

In unseren Mandaten entstanden etwa bei einem Maschinenbauer Hubs zu Predictive Maintenance, Wartungsverträgen und Total Cost of Ownership. Eine Beratung im Finanzbereich gliederte ihre Inhalte nach Compliance, Audit und Reporting. Bei einer SaaS-Plattform richteten sich die Hubs nach den Hauptfunktionen.

2. Pillar pro Hub festlegen

Jeder Hub erhält zunächst eine zentrale Pillar. Eine zweite oder dritte kommt hinzu, wenn eine eigenständige Unterdisziplin genügend Inhalt bietet.

Im SEO-Hub von Reazon übernimmt SEO für B2B: Warum es anders funktioniert als im B2C diese Funktion. Der Artikel setzt den Rahmen und verlinkt zu Detailbeiträgen des B2B-SEO. Für eine Pillar eignen sich eher stabile methodische Fragen. Themen mit häufigen Änderungen bleiben besser in Cluster-Artikeln, die sich leichter aktualisieren lassen.

3. Cluster-Themen sammeln und priorisieren

Aus Insight Sessions mit dem Vertrieb erhalten wir pro Hub gewöhnlich 20 bis 50 mögliche Detailthemen. Suchdaten helfen anschliessend bei Validierung und Priorisierung. Die ersten zehn bis fünfzehn Themen bilden den Start, weitere folgen im Lauf der Monate. Bewertet werden ihre Häufigkeit im Vertrieb, das Suchvolumen und der Schreibaufwand.

Interne Links bilden die Beziehungen ab

Die Verlinkung sollte die inhaltliche Hierarchie nachvollziehbar machen. Dafür verwenden wir vier Muster.

Der Hub verlinkt prominent auf alle Pillar und auf besonders wichtige oder neue Cluster-Artikel. Eine Pillar verweist zurück auf den Hub und im Fliesstext auf ihre Detailbeiträge. Acht bis fünfzehn interne Links zu eigenen Cluster-Artikeln sind bei einer umfangreichen Pillar ein üblicher Rahmen.

Jeder Cluster-Artikel erhält Links zu seinem Hub, zur passenden Pillar und zu zwei bis fünf weiteren Detailartikeln. Drei bis fünf interne Links pro Beitrag sind in unserem Modell ein wichtiger Teil der On-Page-Arbeit. Den Zusammenhang erläutert auch SEO für B2B: Warum es anders funktioniert.

Wenn Themen zweier Hubs einander berühren, sind einzelne Querverweise sinnvoll. Sie sollten gezielt gesetzt werden, damit die Zuordnung des Artikels weiterhin eindeutig bleibt.

Wachstum in drei Phasen

In den Monaten eins bis sechs gehen die Hubs und ersten Pillar live. Pro Hub entstehen fünf bis zehn Cluster-Artikel. Die inhaltliche Tiefe ist noch begrenzt, doch Suchmaschinen können die ersten Seiten indexieren und thematisch einordnen.

Zwischen Monat sechs und achtzehn wächst jeder Hub auf 15 bis 25 Cluster-Artikel. Die Pillar werden wegen der neuen internen Links erstmals überarbeitet. In dieser Phase können erste Pillar-Seiten für ihre Zielanfragen Positionen eins bis zehn erreichen, während Detailbeiträge für einzelne Big-5-Fragen ranken. Das ist eine Planungsannahme, keine Garantie.

Ab Monat achtzehn umfasst ein reifer Hub etwa 25 bis 40 Cluster-Artikel. Neue Beiträge können dann von der bereits vorhandenen Substanz profitieren. Pillar werden nach einem festen Plan aktualisiert, wie im Pillar-Page-Update-Zyklus beschrieben.

Eine von Anfang an klare Architektur lässt sich über diese Phasen erweitern. Bei einer ungeordnet gewachsenen Artikelsammlung wird später oft eine Restrukturierung nötig, die zusätzlich Zeit und Budget bindet.

Häufige Planungsfehler

Zu viele Hubs verteilen die Produktionskapazität. Statt mit zehn dünnen Bereichen zu beginnen, bauen wir lieber vier oder fünf mit ausreichender Tiefe auf und ergänzen weitere, sobald genug Inhalte vorhanden sind.

Eine Pillar darf ausserdem nicht bloss aus Übergängen und Linklisten bestehen. Sie muss das Thema selbst substanziell erklären. Die internen Links ergeben sich aus diesem Inhalt und ersetzen ihn nicht.

Auch ein Cluster-Artikel ohne erkennbare Zuordnung ist ein Warnsignal. Entweder fehlt ein begründeter neuer Hub, oder der Artikel gehört nicht in das Programm.

Beobachtete Effekte in unseren Mandaten

Bei etablierten Hubs haben neue Cluster-Artikel in einzelnen Mandaten statt nach sechs Monaten bereits nach zwei Monaten gerankt. Ausserdem beobachteten wir bei Domains mit klaren Themenbereichen mehr Stabilität während Helpful Content Updates und Core Updates als bei verstreuten Einzelartikeln. Die Hintergründe behandelt Helpful Content Update: was Google seit 2024 wirklich bestraft.

Eine klare Hierarchie reduziert zudem das Risiko, dass eigene Seiten dieselbe Suchabsicht bedienen. Falls das trotzdem geschieht, lässt sich die Zuordnung leichter korrigieren. Das Vorgehen steht in Interne Kannibalisierung: wie eigene Seiten gegeneinander ranken.

Aufwand für den Aufbau

Eine vollständige Topic-Cluster-Architektur benötigt bei einem B2B-Mittelständler nach unserer Erfahrung vier bis zwölf Wochen. Die Dauer hängt von der Komplexität des Geschäfts und der Verfügbarkeit von Vertriebswissen ab.

Ein schlanker Start besteht aus drei bis fünf skizzierten Hubs, einer Pillar pro Hub und fünf ersten Cluster-Artikeln je Hub. Danach wird die Struktur weiterentwickelt. Wichtig ist, dass die Abgrenzung der Hubs bereits zu Beginn verständlich ist. Eine Standortbestimmung zeigt, ob eine bestehende Domain noch aus Einzelartikeln besteht oder bereits eine tragfähige Themenstruktur hat.