Wer schreibt TAYA-Inhalte: Vertrieb, Marketing oder Agentur?
Bei TAYA müssen Fachwissen und redaktionelle Arbeit nicht von derselben Person kommen. Der Vertrieb liefert Käuferfragen, interne Fachleute die Substanz und eine interne oder externe Redaktion macht daraus verständliche Texte.
Jan-Hendrik HeuingAktualisiert
Wer liefert welchen Teil?
Bei der Einführung von TAYA stellt sich schnell die Frage, wer die Artikel schreiben soll. Der Vertrieb kennt die Fragen, hat aber wenig Zeit. Das Marketing kann Texte produzieren, kennt jedoch nicht jedes fachliche Detail. Eine Agentur beherrscht die Redaktion, muss das Geschäft aber zuerst verstehen.
Statt die ganze Aufgabe einer Stelle zuzuweisen, lohnt sich eine Trennung zwischen Fachwissen und redaktionellem Handwerk. Diese beiden Fähigkeiten liegen selten bei derselben Person.
Fachwissen und Redaktion sind verschiedene Aufgaben
Die fachliche Substanz umfasst echte Käuferfragen, detaillierte Antworten, Schwächen des eigenen Angebots und offene Vergleiche mit Wettbewerbern. Dieses Wissen liegt bei der Geschäftsführung, im Vertrieb und bei technischen Fachleuten. Eine externe Recherche kann es ergänzen, aber nicht ersetzen.
Die Redaktion übersetzt dieses Material in einen lesbaren, klar gegliederten und suchmaschinenfreundlichen Text im passenden Ton. Diese Arbeit lässt sich auslagern. Intern fehlt dafür oft die Erfahrung oder im Tagesgeschäft die nötige Zeit.
Probleme entstehen, wenn ein Unternehmen von einer Agentur gleichzeitig Fachwissen und Redaktion erwartet oder die gesamte Aufgabe dem Vertrieb übergibt. Beides funktioniert in unserer Erfahrung selten.
Grenzen der vollständigen Auslagerung
Beim Modell Agentur füllt den Blog liefert ein externer Partner regelmässig Artikel, ohne dass intern jemand sein Wissen beisteuert. Solche Texte können formal korrekt sein, bleiben aber austauschbar.
Wenn sie nur Informationen wiederholen, die bereits vielfach im Netz stehen, erreichen sie nach unserer Beobachtung kaum Rankings oder Wirkung im Vertrieb. Verkäufer merken zudem, wenn ein Artikel die Fragen aus ihren Gesprächen verfehlt. In den von uns beobachteten Fällen werden solche Programme nach drei Quartalen oft beendet, ohne eine substanzielle Anfrage erzeugt zu haben. Der Beitrag Lohnt sich Inbound Marketing für ein 5-Personen-Unternehmen beschreibt dies als eine typische Falle.
Eine Agentur kann internes Wissen also nicht ersetzen. Sie kann es in Gesprächen erschliessen und redaktionell bearbeiten.
Das Experteninterview als Arbeitsmodell
In unseren Mandaten funktioniert eine klare Rollenverteilung über Interviews am verlässlichsten.
Eine Person aus der Geschäftsführung oder der Senior-Beratung investiert zwei bis vier Stunden pro Woche in Gespräche statt ins Schreiben. Die Themen stammen aus dem Backlog, die Interviews werden aufgezeichnet. Eine interne oder externe Redaktion erstellt daraus den Artikel. Anschliessend prüft die Fachperson die Fakten, korrigiert den Entwurf und gibt ihn frei.
Diese Aufteilung nutzt die knappe Zeit der Fachperson effizienter, weil viele Fachleute schneller sprechen als schreiben. Ihre Wortwahl und treffende Formulierungen bleiben im Rohmaterial erhalten. Aus zwei Stunden Interview kann eine Redaktion zudem mehrere Inhalte entwickeln.
Die Rolle des Vertriebs
Nur selten sollte der Vertrieb die fertigen Artikel selbst schreiben. Seine eigentliche Rolle liegt an anderen Stellen.
In den Insight Sessions nennt das Team die Fragen, die Käufer tatsächlich stellen. Es prüft Aussagen über Käuferverhalten und Markt. Vor allem nutzt es die fertigen Inhalte: vor einem Termin, zur Behandlung eines Einwands oder als Nachbereitung eines Gesprächs. Wenn der Vertrieb nur zu Beginn Themen liefert und später nicht mehr beteiligt ist, verliert das Programm mit der Zeit den Bezug zu aktuellen Gesprächen.
Verkäufer sollten deshalb als Wissensquelle und Nutzer eingebunden werden, statt zusätzlich die ganze redaktionelle Produktion zu übernehmen.
Redaktion intern, extern oder hybrid
Wo die Redaktion sitzt, ist vor allem eine Frage von Kosten und Kapazität.
Eine interne Redaktion passt, wenn das Marketingteam aus Interviews eigenständig gute Inhalte erstellen kann. In kleinen B2B-Unternehmen ist das nach unserer Erfahrung selten. Wo die Fähigkeit vorhanden ist, bleibt das Wissen vollständig im Haus.
Eine externe Redaktion eignet sich, wenn keine interne Kapazität besteht und auch nicht aufgebaut werden soll. Die Agentur übernimmt das Schreiben, während das Fachwissen weiterhin aus dem Unternehmen kommt.
Am häufigsten begegnet uns ein hybrides Modell. Eine externe Redaktion startet die Produktion. Parallel baut das Unternehmen eigene Fähigkeiten auf, um langfristig mehr Aufgaben intern zu übernehmen. Eine ähnliche Abwägung im SEO behandelt SEO Agentur, Inhouse oder Hybrid.
KI kann einzelne redaktionelle Schritte beschleunigen, ersetzt aber nicht das Fachwissen aus dem Unternehmen. Wo ihre sinnvolle Rolle endet, erklärt KI-Texter, Mensch oder Hybrid.
Eine praktikable Rollenverteilung
Das Unternehmen liefert das Fachwissen, der Vertrieb steuert Käuferfragen bei und setzt die fertigen Inhalte ein. Das redaktionelle Handwerk kann intern, extern oder hybrid organisiert werden. Wird die fachliche Substanz vollständig ausgelagert, entstehen leicht austauschbare Texte. Soll ein unvorbereitetes internes Team dagegen alles selbst schreiben, bleibt die Produktion oft liegen.
Eine Standortbestimmung zeigt, wo das nötige Wissen sitzt und welches Modell zum Team passt. Den Ablauf bei Reazon beschreibt der Bereich Zusammenarbeit.
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