Einen Themen-Backlog aus Käuferfragen aufbauen
Nach einer Insight Session bleiben oft Dutzende Käuferfragen. Mit drei Kriterien priorisierst du daraus einen Themen-Backlog und planst die ersten zwölf Beiträge für sechs Monate.
Jan-Hendrik HeuingAktualisiert
Aus gesammelten Fragen wird noch kein Redaktionsplan
Nach einer guten Insight Session mit dem Vertrieb liegen meist 60 bis 120 Käuferfragen vor. Diese Sammlung ist wichtig, sagt aber noch nicht, was zuerst geschrieben werden soll. Dafür braucht es einen priorisierten Backlog.
Wer die Liste einfach von oben nach unten abarbeitet, behandelt jede Frage gleich. Einige Fragen beeinflussen eine Kaufentscheidung, andere sind zwar berechtigt, aber für die Pipeline weniger relevant. In unserem Vorgehen werden deshalb aus einer Rohfassung von beispielsweise 80 Fragen zunächst Themenideen und danach zwölf Beiträge für die ersten sechs Monate.
Die drei Arbeitsstände des Backlogs
Aus der Insight Session entstehen bei uns drei Fassungen. Die Rohfragenliste enthält ungefiltert alles, was im Gespräch genannt wurde. Durch Bündelung und Bewertung wird daraus ein Backlog mit ungefähr 30 bis 50 Themenideen. Vertrieb und Marketing verabschieden anschliessend gemeinsam eine Reihenfolge der zwölf wichtigsten Themen.
Beim Übergang zum gewichteten Backlog werden gleichbedeutende Fragen zusammengeführt und Dubletten entfernt. Klare Bewertungskriterien verhindern, dass am Ende vor allem die lauteste Person im Raum über die Reihenfolge entscheidet.
Drei Kriterien für die Priorisierung
Keine einzelne Kennzahl bestimmt die Reihenfolge. Wir betrachten Häufigkeit, Suchabsicht und Aufwand gemeinsam.
Häufigkeit im Vertrieb
Wie oft taucht die Frage in echten Verkaufsgesprächen auf? Eine Frage aus jedem zweiten Erstgespräch hat in der Regel mehr Gewicht als eine, die einmal pro Quartal gestellt wird. Diese Information kommt aus dem Vertrieb und lässt sich durch eine reine Keyword-Recherche nicht ersetzen.
Suchvolumen und Suchabsicht
SEO-Daten zeigen, wie viele Menschen nach einer Frage suchen und welche Absicht hinter der Formulierung erkennbar ist. Hohes Volumen zusammen mit klarer Kaufabsicht macht ein Thema besonders interessant. Im B2B können allerdings gerade kaufnahe Fragen ein kleines Suchvolumen haben, weil der Markt klein ist. Eine Priorisierung allein nach Volumen würde sie nach hinten schieben. Den Zusammenhang erklärt TAYA und SEO.
Aufwand für eine belastbare Antwort
Manche Antworten kennt die Geschäftsführung und kann sie innerhalb von zwei Stunden liefern. Andere benötigen Gespräche mit Ingenieuren, Faktenprüfung oder eine rechtliche Abklärung. Der Aufwand entscheidet nicht zwingend darüber, ob ein Thema bearbeitet wird, beeinflusst aber den Zeitpunkt.
Von 80 Fragen zu zwölf Beiträgen
Ganz oben stehen Fragen, die im Vertrieb häufig vorkommen und eine klare Kaufabsicht erkennen lassen. Oft betreffen sie Kosten, Probleme, Vergleiche, Bewertungen oder Bestenlisten. In unseren Backlogs gehören durchschnittlich etwa 60 Prozent der priorisierten Themen zu diesen Big 5. Warum diese Kategorien kaufnah sind, zeigt Die TAYA Big 5 erklärt.
Häufige Fragen mit grossem Rechercheaufwand bleiben ebenfalls wichtig, werden aber bewusst für den dritten oder vierten Monat vorbereitet. Seltene Themen und Suchanfragen mit unklarer Absicht bleiben im Backlog, statt die erste Produktionsphase zu belegen.
Für die Top 12 kombinieren wir zwei bis drei schnell umsetzbare, wirkungsstarke Beiträge mit Themen, die mehr Vorlauf brauchen. Meist ist ein Kostenartikel darunter, damit der Vertrieb früh ein direkt einsetzbares Dokument erhält.
Weshalb wir häufig mit Kosten beginnen
Auch wenn die Bewertung einen Vergleich auf Platz eins setzt, startet die Produktion in vielen unserer Mandate mit einem Kostenartikel. Offene Angaben zu Geld sind ein starkes Signal für Transparenz. Die Freigabe prüft ausserdem früh, ob die Geschäftsführung bereit ist, auch unangenehme Fragen konkret zu beantworten. Wenn dieser Schritt gelingt, fallen spätere Freigaben oft leichter.
Der Backlog wird regelmässig überarbeitet
Käuferfragen verändern sich durch neue Wettbewerber, regulatorische Vorgaben oder neue Produktversionen. Deshalb wiederholen wir die Insight Session alle vier bis sechs Monate in kompakter Form und ergänzen oder verschieben Themen.
Auch veröffentlichte Beiträge liefern neue Hinweise. Die tatsächlichen Suchanfragen, über die Menschen einen Artikel finden, enthalten oft Folgefragen, die im ersten Workshop nicht auftauchten. Diese Fragen gehören zurück in den Backlog. Weitere Wege zu neuen Themen behandelt Themen-Backlog für SEO.
So gehst du mit einer bestehenden Fragensammlung weiter
Vielleicht liegen bereits Fragen aus dem Support-Postfach, dem CRM oder verlorenen Angeboten vor. Dann musst du nicht noch mehr sammeln. Prüfe die Liste anhand der drei Kriterien und markiere zunächst zehn häufige Fragen mit erkennbarer Kaufabsicht. Plane aufwendige Antworten früh genug ein, auch wenn sie später erscheinen.
Eine Standortbestimmung verbindet eine Insight Session mit einem priorisierten Backlog, ohne Verpflichtung zu einem grösseren Programm. Den methodischen Rahmen beschreibt der Beitrag zur TAYA-Methode.
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